Teichpflanzen – Der Schlüssel zum biologischen Gleichgewicht

Teichpflanzen – Der Schlüssel zum biologischen Gleichgewicht

Pflanzen sind nicht nur optischer Schmuck, sondern haben eine zentrale biologische Funktion: Sie reinigen das Wasser und bieten Fischen und anderen Teichbewohnern Schutz und Nahrung. Insbesondere schnellwachsende Unterwasserpflanzen produzieren den für einen gesunden Teich lebenswichtigen Sauerstoff – sie werden deshalb auch gerne als „Sauerstoff-Pflanzen“ bezeichnet.

Durch Fischausscheidungen, Futter, eingewehtes Laub, Pollen und Insekten werden ständig Nährstoffe in den Teich eingebracht. Pflanzen nehmen diese Nährstoffe, vor allem Phosphat und Nitrat, auf und bauen sie in ihre Blattmasse ein. Die schnellwachsenden Unterwasserpflanzen wirken als regelrechte „Nährstoff-Schwämme“. Sie sind damit die wichtigsten, natürlichen Gegenspieler der lästigen Algen. Schwimmpflanzen sind ebenfalls ideal – ihre Wurzeln ragen direkt ins freie Wasser. Ein Zuviel an Pflanzen wird entnommen und kann hervorragend kompostiert werden.

Zwischen den feinen Blättchen der Unterwasserpflanzen und den Wurzel von Schwimmpflanzen entwickeln sich zahlreiche Mikrolebewesen, die eine wasserreinigende Funktion haben. Gleichzeitig dienen sie größeren Teichbewohnern als wertvolle Nahrung. Jungfische finden zwischen den Pflanzen ausgezeichnete Versteckmöglichkeiten.

Empfehlenswerte Unterwasserpflanzen

Hornkraut

Hornkraut ist eine wurzellose Stängelpflanze mit einer Trieblänge von 50-100 cm. Es wächst wöchentlich um ca. 10-20 cm und vermehrt sich durch Seitentriebe. Hornkraut ist ein sehr leistungsfähiger Sauerstoffproduzent und besonders wirksam zur Algenvorbeugung. Es sollte in keinem Gartenteich fehlen.

Wasserpest

Anders als ihr Name vielleicht vermuten lässt, gehört die Wasserpest „zu den Guten“ im Gartenteich. Als schnellwachsende, anspruchslose Stängelpflanze mit 3-5 Blättern je Blattquirl besitzt sie einen hohen Licht- und Nährstoffbedarf. Sie ist ein effektiver Sauerstofflieferant und bietet kleineren Fischen gute Versteckmöglichkeiten und Reviergrenzen.

Tausendblatt

Das Tausendblatt ist eine einheimische, mehrjährige Wasserpflanze und bildet bis zu 2 m lange, im Wasser flotierende Triebe. Es wurzelt im Teichgrund und wächst mit seinen Sprossen bis an die Wasseroberfläche, wo nur die Sprossspitzen etwas über den Wasserspiegel hinausragen. Auch das Tausendblatt ist ausgesprochen nützlich als Sauerstofflieferant, „Anti-Algen-Pflanze“ und zur Klärung des Wassers. Zwischen den Blättern fühlen sich Libellenlarven sehr wohl.

Empfehlenswerte Schwimmpflanzen

Büschelfarn

Die Schwimmblätter des Büschelfarns sitzen paarig an einer ca. 15 cm langen Sprossachse. Der im Wasser wachsende, wurzelähnliche Teil ist ein Blatt, das ca. 4 cm lang wird.

Schwimmende Wolfsmilch

Diese attraktive, Licht liebende Schwimmpflanze stammt aus den tropischen Gebieten Südamerikas. Sie fühlt sich im Gartenteich sehr wohl. Bei starker Sonneneinstrahlung färben sich die Blätter intensiv rot. Sie entwickelt zarte, weiße Blüten.

Froschbiss

Der Froschbiss ist eine genügsame Schwimmpflanze. Seine runden, ca. 15 cm durchmessenden  Blätter besitzen eingebaute Schwimmkörper. Im Sommer erfreut er mit weißen Blüten. Der Froschbiss wird auch gerne als Mini-Seerose bezeichnet.

Wassernuss

Die Wassernuss ist eine sehr dekorative, einjährige Schwimmpflanze. Die krautige Pflanze verankert sich in einer Tiefe von 30-60 cm im Boden. Ihre Blattstiele verfügen über Schwimmkörper, so dass die fächerförmigen Laubblätter rosettenartig an der Wasseroberfläche treiben.

Sie blüht von Juli bis August. Aus ihren unscheinbaren, weißen Blüten entwickeln sich dunkelbraune, hartschalige Früchte, die mit spitzen Dornen bewehrt sind.

Die Früchte der Wassernuss sind nach Erhitzen essbar, der Geschmack erinnert an Esskastanien. Wie archäologische Funde gezeigt haben, wurden sie bereits in der Steinzeit zur menschlichen Ernährung genutzt.

Seerosen

Seerosen sind die Krönung eines jeden Gartenteichs. Form, Farbe und Duft der prächtigen Blüten begeistern Menschen schon seit Jahrtausenden. Fische lieben es, im Schatten der ausladenden Schwimmblättern zu ruhen. Seerosen sind nahezu weltweit verbreitet. Es gibt ca. 50 Arten, darunter auch einheimische, und Hunderte verschiedener Zuchtformen.

Seerosen verankern sich mit ihrem Rhizom (Speicherorgan) im Bodengrund. Sie nehmen die benötigten Nährstoffe über die Wurzeln auf und benötigen deshalb eine spezielle Teicherde als Basis.

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